Haushaltsrede von Armin Konetschny

Rede zum Haushalt 2026 im Gemeinderat Unterhaching,

11.02.2026

Armin Konetschny
Gemeinderat und Finanzbeauftragter für Bündnis 90 / Die Grünen

Liebe Unterhachingerinnen und Unterhachinger, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der Verwaltung, sehr geehrter Herr Bürgermeister.

Ich komme gleich zum Punkt: Wir, Bündnis 90 / Die Grünen, werden diesem Haushalt für 2026 zustimmen, denn wir gehen davon aus, dass dieser Haushalt genehmigungsfähig ist.

Mehr aber auch nicht.

Dieser Haushalt reiht sich ein in die der letzten Jahre:
Es fehlt der Mut und Weitblick, eine strategische Finanzplanung vorzunehmen, um endlich dringend notwendige Investitionen anzugehen.
In den letzten Jahren waren die Einnahmen um mehrere Millionen höher als geschätzt.
Dennoch sind die Folgen aus dem Jahr 2022 mit geringeren Einnahmen und der Haushaltssperre weiterhin spürbar.

Die Folge in 2023:
Willkürliche Kürzungen, Gebührenexplosion, planlose Verschiebung von wichtigen Themen, Unsicherheit bei Vereinen, Bildungseinrichtungen und der Verwaltung.

Aktionismus statt Besonnenheit.

2024 und 25 zeigte sich:
Die Panik war völlig unnötig und in diesen beiden Jahren hat man sich um zweistellige Millionenbeträge verschätzt.
Es war mehr Geld in der Kasse als geplant, da Einnahmen deutlich höher waren, als vermutet und immer wieder wurden wichtige Vorhaben verschoben, Stichwort „Baubetriebshof“.

Der immense Reparaturstau wurde für jeden sichtbar.
Auf Straßen, in Gebäuden und in Kinderbetreuungseinrichtungen.
Und unseren Vereinen und Institutionen hat man Vieles völlig unnötig abverlangt und Vertrauen verspielt.

Obendrein mussten wir uns noch mit skurrilen Vorschlägen beschäftigen wie den Umzug des Rathauses in ein Bürogebäude (20 Mios), der berühmten Liegewiese am Freibad (3,5 Mio) oder der Idee eine Kita aus dem Internet zu kaufen.

Alles Themen, die uns den Blick auf die wirklich wichtigen Projekte wie z.B. den Handwerkerhof, der Umgestaltung der Hauptstraße, etc. versperrten.

Kommen wir zum Haushalt 2026.
Vielen Dank an Herrn Dannenbaum, an die Verwaltung und an den Herrn Bürgermeister für die Präsentation und die konstruktive Arbeit bei der Vorbereitung.

Ein Sprichwort sagt „Zahlen lügen nicht“, aber leider bildet dieses Zahlenwerk nicht die ganze Wahrheit ab und erschwerend kommt hinzu, dass die Kameralistik uns manchmal hinters Licht führt.

Für mehr als 3,5 Mios Euro haben wir im Jahr 2025 Leistungen erhalten, die jedoch im Haushalt 2026 ausgewiesen werden müssen.
D.h. konkret unsere Reserven sind nicht so hoch wie aufgeführt und die echten Investitionen im Jahr 2026 sind wieder deutlich weniger als auf dem Papier steht.
Glücklicherweise hat sich dieser Gemeinderat dazu durchringen können, das Stadion an einen seriösen Betreiber zu verkaufen und endlich ist die neue Wirtschaftsförderin an Bord, die wir Grüne schon seit Jahren gefordert haben.

Zeit wird’s.

Beim Verwaltungshaushalt zeigen diese vorläufigen Zahlen die Tendenz, dass wir unsere Kosten im Griff haben.
Es scheint so, dass nur geringfügige Steigerungen in der Zukunft zu erwarten sind.

Hoffen wir, dass wir hier keine bösen Überraschungen erleben.

Unser eigentliches Problem liegt im Vermögenshaushalt:
Ein Blick in den Vorbericht auf Seite 15 zeigt klar, dass viele notwendige Maßnahmen in Bereichen der Liegenschaften, Hoch- und Tiefbau, Hochwasserschutz oder ÖPNV nicht vollständig erfasst, geschweige denn bewertet bzw. geplant sind.

Die bisherige „0“ Schuldenpolitik mag auf dem ersten Blick gut aussehen, gleichzeitig werden jedoch wichtige Investitionen immer wieder auf die lange Bank verschoben und damit langfristige Kosten massiv erhöht.
Ein Beispiel für diese „Infrastukturschulden“ ist das Dach der Leichenhalle am Friedhof. Völlig überraschend wurde es nach über 40 Jahren undicht und jetzt müssen wir es für eine immense Summe erneuern.
Darüber hinaus fehlen belastbare Kostenschätzungen, Prioritäten, personelle Kapazitäten und ein klarer Finanzierungsrahmen – und genau deshalb muss der neue Gemeinderat und Bürgermeister*in hier ansetzen.

Wir haben immer wieder vorgeschlagen, gemeinsam mit Verwaltung und dem Gemeinderat einen langfristigen Finanz- und Realisierungsfahrplan zu entwickeln.

Nötig sind:
• realistische Kostenschätzungen,
• klare Prioritäten,
• eine abgestimmte mittel- und langfristige Finanzstrategie,
• und einen strukturierten Blick auf zukünftige Investitionen.

Dieser Weg wurde bislang nicht beschritten und einige hier im Gemeinderat wollten das auch gar nicht.
Wir Grüne wollen das im neuen Gemeinderat endlich angehen.

Ich komme zum Fazit:
Die letzten Jahre haben uns viel abverlangt – aber sie haben uns auch gezeigt, wie stark Unterhaching sein kann, wenn wir gemeinsam Verantwortung übernehmen.
Jetzt ist der Moment für Aufbruch, für echten Gestaltungswillen und für eine langfristige Strategie, die Unterhaching stärkt und modernisiert.
Wir alle die wir hier sitzen haben die Erfahrung, wir haben die Lehren aus der Vergangenheit – und wir haben die Chance, es in Zukunft besser zu machen.
Damit gewinnen wir das Vertrauen bei den Bürgerinnen und Bürgern und dem Gewerbe zurück und führen Unterhaching in eine gute Zukunft.

Leider helfen Leberkäs und Bratwurst hier jedoch nur sehr bedingt weiter.

Lassen Sie uns diesen Weg gemeinsam gehen – mit Klarheit, Mut und Verantwortungsbewusstsein – denn die Zukunft wartet nicht, sie wird von denen gestaltet, die im Hier und Jetzt entschlossen handeln.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

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